Tag 15

Die oder meine härteste Fahrt Teil 2

Willkommen in Litauen!!!

Es ging weiter mit hoch und runter. Ich hasse Schotter!!!
Kurz nach der Grenze kam dieses Schild:

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„Weißrussland war nur noch 2,5 km von mir, wenn ich ggf. durch die Wälder laufe und dann über den Zaun… egal, musste halt weiter fahren.“

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Nach ein paar Kilometer war ich gefühlt zum 15. Mal auf dem höchsten Punkt. Ein paar Dörfer und hoch und runters später kam die Schnellstraße 102, die zum Glück ein wenig flacher war.

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Was für die Polen

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Hier sieht man recht gut diese Hoch und Runters

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Es gab insgesamt wenig Verkehr auf der Strecke.

Ein Schild schockierte mich ein wenig, so nah was mein Ziel! Dieser Anblick war nicht so schön. Natürlich fuhr in die entgegengesetzte Richtung.

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„156 km bis zu meinem Ziel, das konnte doch nicht wahr sein, so nah! Bald sollte also meine Reise zu Ende gehen?“

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Dann in Zarasai angekommen, hatte ich auch mal Glück, die Stadt liegt eher unten, so dass ich runter fahren durfte. Leider fand ich auf die schnelle keinen Camping-Platz. Viele Touristen waren dort, da der Ort an einem größeren See liegt.
Ich fragte einen nicht englisch sprechenden Polizisten mit Händen und Füßen nach einem Camping-Platz, er meinte ich solle 2 Kilometer in die von ihm gezeigte Richtung fahren. Gefahren und auch gefunden. Es war ein Platz für Camping-Fahrzeuge. Eine Frau, die deutsch sprach, wollte 6,45 EUR von mir. Das war mir aber zu viel, ich bedankte mich und fuhr Richtung Salakas. Es sollen 18 km bis dahin sein, aber was für welche.

Nach wenigen Metern ging es los, Schotter und wieder mal diese heftigen Traktorspuren. Alles wackelte und ich hoffte, dass die Taschen nicht wieder aushackten. Ich befestigte sie ja jetzt unten besser (das war ja alles mit Kabel verbunden, da die Halterung nicht besonders toll für den Gepäckträger sind), dennoch wackelte/zitterte alles, mein armer Roller war für so was nicht vorbereitet. Natürlich lagen auch noch dicke Steine herum. Es gab immer wieder Sandhäufchen, wo man mal eben bisschen stecken blieb. Aber zu guter letzt gab es natürlich mein beliebtes hoch und runter, das aber permanent.
Nach wenigen Kilometern hatte ich aber echt genug, nicht nur dass ich erschöpft war, wollte ich den Tag heute enden lassen. Ich bog auf das erste Häuschen, was ich sah und wo ich jemanden sah, ab. Ein Herr, der Phil Collins ähnlich sah, kam zu mir. Ich frage Phil, ob ich bei ihm im dem riesigen Garten, das erwähnte ich natürlich nicht, für eine Nacht im Zelt schlafen könnte. Er schaute so komisch auf meinen Zettel, da ahnte ich schon was. Er grübelte und fragte, wo ich hin will und ich sagte, dass ich Richtung Salakas fahre. Phil zeigte mir dann, dass ich hier richtig fahre. Naja, ich wiederholte mich, aber Philly wollte wohl keinen Lukas im Garten. Er gab mir noch zur Abschied die Hand, ich bedankte mich (wofür auch immer) und ging zum Roller. Die ganze Zeit über bellte mich ein kleiner Hund an, der hörte überhaupt nicht auf, das nervte tierisch.
Ich ging zum Roller, will den hoch heben, Zack, fällt mir eine Tasche runter. Also alles abmachen und ich müsste alles wieder neu auf dem Gepäckträger befestigen. Der Hund ging mir einfach so was von auf den Sack, ich hätte den am liebsten in den Wald getreten, dennoch musste ich halt auch lernen ruhig zu bleiben. Mitten beim Festmachen kam noch ein Auto auf Phils Einfahrt, so dass ich noch alles aus dem Weg schieben und werfen durfte, während mich Klein-Hundi anbellte und Phil seinen Rasenmäher wieder anschmiss, ich blieb aber ruhig. Ich war echt froh dort weg zu sein.

Es ging weiter.
Auf dem Bild sieht man die kaputten Stellen leider nicht deutlich, aber so ungefähr sah es die ganze Zeit aus, Wald ohne Ende und Schotter mit hoch und runter. Dennoch eine schöne Aussicht.

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Alles wackelte, zitterte vor sich hin, ich fuhr langsam weiter. Beim Schieben kamen natürlich Bremsen und Mücken. Ich hätte natürlich überall dort zelten können, habe ich aber nicht. Wollte gerne einen See/Dusche haben.
An einem Haus hielt ich kurz an und rief ob jemand da sei, keiner antwortete, also weiter.
Dann kam ein Dorf, bestehend aus 2 Häusern. Ich ging jeweils zu einem Haus hin und rief, aber es kam nie eine Antwort. Autos standen dort auch, eines hatte sogar eine offene Tür. Vielleicht waren die Leute auch an dem See unten.
Weiter ging es.
Dann ein Schild zu einem Camping-Platz, juhu! Rein in den sehr sandigen Weg. Nach ein bis zwei von Bremsen verfolgten Kilometern drehte ich wieder. Wer weiß wo der See mit dem Platz ist.
Einige heftige Kilometer weiter sah ich Frau an einem Haus. Direkt hin und gefragt. Sie sagte, nein. Ich vermute, dass ich dort nur arbeitet und keiner war vor Ort. Sie füllte mir noch die Wasserflaschen auf und sagte mir, dass es nicht mehr weit zur Hauptstraße ist, ein Glück, dachte ich.
Dann endlich Asphalt. Dennoch muss ich sagen, dass die Umgebung sehr sehr schön war, viel Wald und Seen. Mit dem Auto wäre es besser. Aber mit dem Roller und dem Gepäck war es eines der härtesten Abschnitte die ich bisher hatte.
Kurz nach dem ich auf dem Asphalt war, kam auch schon Salakas. Auf dem kurzen Stück zog ich mein Shirt aus, direkt wurde ich von Bremsen und Mücken umzingelt,  Schweiß lieben die wohl.
Am Camping-Platz angekommen, erfuhr ich, der sei kostenlos. Solche Camping-Plätze findet man in Litauen hin und wieder. Ob man auch solche in Estland und Lettland finden kann, kann ich leider nicht zu sagen, ich weiß es nicht.
Zugang zum See, Feuerstellen, überdachte Tische und Plumsklo. Es gab paar Familien vor Ort und ein paar Teenanger, aber insgesamt wenig los.

Ich aß dann ein Glas mit Reis oder so was in der Art. Das war so was von ekelhaft, dann noch kalt und mit Wasser verdünnt. Rein in den Magen. Energie war wichtig für mich.

Leider vergaß ich in Daugavpils Geld zu ziehen, ich hatte nur noch 20 EUR. Davon könnte in aber einige Tage leben. Für ca. 3 – 4 EUR am Tag geht das schon ganz gut. Die Erfahrung habe ich ja schon testweise gemacht.

Gebadet, gewaschen und ab ging es ins Bett.

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