Tag 8

GEIL Teil 2

Willkommen in Lettland!
Es ging weiter über Schotterwege. Schnell merkte ich, dass dort die Häuser selten Zäune haben. In Estland war fast immer ein kleiner Zaun, hier war alles offen. Hunde gibt es hier ebenfalls, nur ohne Zäune, tja. Ein gewaltiger Hund von ca. 30 cm Höhe lief mir direkt hinterher. Da dachte ich mir, das fängt ja gut an, aber das war das einzige Mal auf der gesamten Strecke.
Ein Tipp: Anhalten und zeigen wer der Boss ist, also anschreien, treten und sogar Steine hinterher werfen. Weglaufen ist schlimm, da die direkt einen verfolgen.

Dann kam endlich Asphalt. Der Schotter ist nicht gerade angenehm, man rutscht weg oder es sind immer wieder Löcher und Sandhaufen zu sehen. Zudem liegen dort auch größere Steine herum.
Es ging also links auf die A2 und kurz darauf rechts Richtung Alkūsne. Auf der A2, die auch über die Grenze bis Estland sogar bis nach Pskow in Russland führt, war es total leer.

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Also, rechts abgebogen und kurze Zeit später ein kaputter Schotterweg mit leichtem Hoch und Runter! Grinste dennoch.

12% runter, juhu, aber leider auch hoch.

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Durch ein paar Dörfer durch. Leider musste ich immer wieder anhalten um mein hinteres Schutzblech wieder an zu schrauben. Es ist total schrottig und rieb immer wieder am Hinterrad. Ich verlor sogar eine Schraube, die ich aber wieder fand.
Autos, die mir zwar selten begegneten, verursachten eine schön große Staubwolke.

Dann endlich erschöpft, hungrig und grinsend kam ich an dem Alūksens ezers (See) an.

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Kurzes Stück weiter sah ich eine Ruine und einen kleinen Stand, wo was verkauft wurde. Es sah auch so aus, als würden 2 Personen Steine von der Ruine klauen, aber vielleicht irre ich mich.

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Ich konnte dort lange nicht bleiben, denn so bald ich stehen blieb, kam mir der Schweiß empor und ich war ein Geschenk des Himmels für die Bremsen.

Als ich dann endlich kurz vor Alūskne war, wusste ich, dass hier rechts irgendwo ein Camping-Platz sein muss (so steht es auf der Karte). Also eine Straße abgebogen und weiter ging es. Nach ca. 1 km fragte ich noch mal kurz und erfuhr, dass in ca. 50 m der Platz sei, juhu!

Dort angekommen, wurde ich von einer sehr netten älteren Dame begrüßt. Sie war natürlich über den Roller und meine Reise erstaunt.
Der Platz für eine Übernachtung im Zelt mit Dusche und Toilette kostet 3 EUR, damit kann man leben.
Sie fragte noch, ob ich einen Kaffee oder Tee möchte. So kann man sich leben lassen. Ich lehnte aber dankend ab, evtl. morgen früh zum Frühstück. Ich fragte ob sie ggf. ein Bier habe, nach so einem tollen Tag wollte ich einfach nur noch ein Bier damit es perfekter wird. Leider hatte sie keins gehabt.

Hier noch der Blick aus meinem Zelt. Tja, welcher Hotel-Tourist kann da mithalten. Jeden Tag ein anderer toller Anblick.

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Ich baute alles auf, ging duschen, unterhielt mich noch bei einem Drink Wodka mit paar Leuten und ging in mein Zelt was Essen und mich einfach nur ausruhen.

Kurze Zeit später kam die ältere Frau und brachte mir echt ein Bier, ich war sprachlos. Was das kostet, fragte ich sie, das gucken wir morgen, wenn ich den Zeltplatz bezahlen komme. Alles morgen.

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„Nun lag ich mit gesättigtem Magen mit einem Bier zum Abschluss des heutigen Abends und einen sehr schönen roten Himmel, den ich als Fernseher in meinem Zelt verwende, an einem See.
Ich wusste nicht ob das Bier so gut war, aber es gibt Augenblicke, da schmeckt es unheimlich gut.“

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Dennoch war es langsam Zeit fürs Schlafen gehen, ich war schon müde. So viel erlebt und gesehen an dem Tag.
Außerdem habe ich einen neuen Geschwindigkeitsrekord: Ich fuhr 56,0 km/h. Leider musste ich abbremsen, da mir meine Jacke nach hinten raus hing und mein hinteres Schutzblech auf den Reifen knallte.

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