Tag 10

Gute Laune + coole Straße + kaum Wind = 82 km

Konnte nicht einschlafen, morgens kam auch noch der Regen. Gegen 8 Uhr nieselte es noch ein wenig. Deshalb wollte ich noch ca. 1 Std. warten und dann erst mein Zelt abbauen. Zur Not würde ich auch im Regen alles abbauen, wollte nämlich auch bald los. Ich frühstückte dann erstmal

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Es kam ein Arbeiter zum Zelt und fragte auf lettisch, wie lange ich hier noch zelte, da er den Rasen mähen wollte. Es kam aber nicht negativ rüber, er wollte es nur wissen. Wenn ich Abends gesagt hätte, würden wir das Zelt sicherlich wo anders hin tun.

Als er kam, war ich mit dem Packen im Zelt allerdings auch schon fertig und sagte ihm, dass ich 10 Minuten brauche. Obwohl er eine andere Sprache spricht, kann man sich dennoch irgendwie verständigen, faszinierend!
Kein Problem, sagte er.

Als ich mein nasses Zelt abbaute, hörte es auf zu regnen. Die Frau kam und fragte ob ich einen Kaffee möchte. Ja, sagte ich.

Ich belud meinen Esel…ähm…Roller und sie lud mich dann nach Hause für einen Kaffee ein. Der Arbeiter, der sich mit Rasenmähen ein paar Euro hin zu verdiente, kam auch mit rein. Beide sprachen dann russisch mit mir. Als gebürtiger Pole kann ich russisch doch ein ganz wenig verstehen. Mit ein bisschen Phantasie kann man sich schon einiges zusammen reimen.
Sie bot mir noch Frühstück an (boah, dieser Käse wieder!). Dann füllte sie noch meine Plastikflaschen mit Wasser auf, ich verabschiedete mich auf russisch bei beiden und los ging die Fahrt!

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Nach ca. 3 km kehrte ich um, ich vergaß meine Wasserflaschen.

Ich überlegte mir, kurz vor Rēzekne auf einen Camping-Platz zu fahren.

Der Weg führte über die P47. Bei Kapūne putze ich an einer Bushaltestelle meine Zähne,  erklärte 2 Fahrern mit Navi, wo sie jetzt sind und wohin sie fahren sollen und fuhr dann weiter auf die P36.

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Es kam wohl die längste Gerade, die ich in Erinnerung habe. Ich vermute 10 – 15 km ohne eine Kurve.

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Zu dem hatte ich noch einen gaaanz kleinen Seiten-/Rückenwind. Es kamen auch noch die perfekten Lieder aus meinem MP3-Player (war auf Zufall geschaltet), ich spürte kaum Erschöpfung, fuhr aber dennoch ruhig und langsam. Auch kaum Hoch/Runters, alles relativ schön eben alles.
Ich war gut drauf!

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Immer wieder fand ich auf der gesamten Strecke verlassene Häuser

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Kinder wohnen vielleicht in der Stadt, Eltern können das Haus nicht mehr halten oder was auch immer. Dann vergammeln die Häuser vor sich hin. In Notfällen könnte ich dort einbrechen, falls es zu ist, und dort mein Zelt aufbauen. Aber nur in Notfällen. Dennoch war ich weit von so etwas entfernt.

Ich steuerte kurz von Rēzekne auf einen Camping-Platz zu. Nach links ging es Richtung Moskau, ca. 700 km. „2 – 3 Wochen und ich wäre dort, hm, naja, träumen darf man ja.“
Also, ich fuhr Richtung Camping-Platz, laut Karte. Leider gibt es den nicht mehr. Ich fragte eine Frau, die dort zufällig mit ihrem Kleinkind spazieren ging, wo der Camping-Platz eigentlich sei? Sie sagte, den gibt es einige Jahre nicht mehr. Allerdings kann ich ein Stück weiter hier am See auch zelten. Sie zeigte mir die Richtung. Hohes Gras, also lange Hose an und ab gings. Im Baltikum soll es viele Zecken geben.
Ich dachte mir auch schon, dass das ein nicht wirklich toller Platz sein würde. Hohes Gras, schlechter Zugang zum See, wenn überhaupt. Nach ca. 50 m stand ich dann auf einer kleinen Wiese vor dem See und sah das

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Was für ein Tag und dann noch so was schönes hier! Ich war heute richtig fit, hätte sicherlich auch die 100 km schaffen können, aber ich wollte jetzt nicht die ganze Zeit um den See herum fahren um das zu schaffen, noch war ich ja bei Verstand, meine ich.

Zelt aufgebaut, dem Schwan Hallo gesagt und rein in den See!

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Nach dem Baden tue ich sehr gerne Essen. Das Essen schmeckte heute auch sehr gut

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Die Sonne und der Tag verabschiedeten sich von ihrer schönen Seite.

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„Die besten Dinge im leben sind nicht die die man für Geld bekommt“

Albert Einstein

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