Tag 9

Kraftlos

Gut geschlafen! „Keine Lust aufs Klo zu gehen, da wünschte man sich doch eine Toilette im Zelt oder eher eine Flasche?“
Ich frühstückte zu erst. Dabei trank ich Kirschsaft („ich habe übrigends glaube fast alle Säfte durch, werde bald damit auch aufhören“). „Trinken mit voller Blase macht keinen so großen Spaß.“
Der Himmel war schön blau, kaum Wolken zu sehen. Aber ich verspürte eine Lustlosigkeit.

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Ich kann den Campingplatz nur empfehlen. Man kann dort auch Feuer machen, das ist aber normal in allen 3 Ländern. Zudem hat man dort auch warmes Wasser zum duschen und eine echte Toilette, kein Plumpsklo. Einen direkten Zugang zum See ist selbstverständlich.

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Der Camping-Platz befindet sich aus nördlicher Richtung kommend kurz vor Alūskne. Hier die Straße:

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Leider war ich mir über meine Route unsicher, ich wusste nicht ob ich über Gulbene oder eher in Richtung Balvi fahren sollte. Jēkabpils oder doch Rēzekne.

Ich ging zu den Besitzern um zu bezahlen und unterhielt mich mit denen. Der Herr empfahl mir über Balvi zu fahren, egal, gesagt getan. Ein Münzwurf hätte mir aber auch geholfen. Das Bier von gestern Abend bekam ich geschenkt. VIELEN DANK!!!

Ich durfte noch meine Flaschen mit dem Brunnen-Wasser auffüllen. Leider wusste ich nicht, ob mein empfindlicher Stadtmagen so etwas verträgt. Durchfall hätte ich nicht gebrauchen können. Wie dem auch sei, ich lies die UV-Strahlen die Arbeit machen, schließlich soll sie das Wasser auch säubern können. Zudem erhielt ich von dem polnischen Hostel-Gast in Tartu 2 Chlor-Tabletten, für Notfälle. Diese können auch Wasser reinigen.

Irgendwie ging es echt schwer vor ran. Ich war wohl platt, wegen der gestrigen Strecke. Ich fuhr aber dennoch auf Empfehlung des Besitzers in die Stadt Alūksne rein um die mir anzuschauen.

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Ein nettes kleines Städtchen, dass man mal eben anschauen kann.

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Das Militär – Gebäude (Russen?) dürfte man nicht fotografieren, deshalb machte ich das Foto um es zeigen. Das Gebäude ging noch nach links weiter, war aber nicht interessant. Aber hier sieht man rechts irgendwelche Antennen. Oder sind das doch Raketen-Silos? (auf das Foto drücken, dann kann man zoomen).

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Noch weitere Gebäude

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Auf der kleinen Insel fand noch die Jugend-EM der Sportboote statt. Ich fuhr direkt ins Getümmel und wurde von vielen begutachtet. „Macht irgendwie Spaß die Leute mit so einem Roller zu „schocken“.“

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Es gibt dort noch eine Schmalspurbahn, die von Alūskne bis nach Gulbene(ca. 33 km) und zurück fährt. Weitere Infos dazu gibt es hier: http://www.banitis.lv/
Allerdings verstehe ich die Ticket-Preise nicht, angeblich knapp ca. 3,50 EUR, das wäre zu billig.

Es sind noch viele Museen und sonstige Sehenswürdigkeiten vor Ort zu finden, netter kleiner Touristen-Ort!

Im Supermarkt holte ich mir noch was zum Essen und los ging die Reise.
Die Strecke war komplett asphaltiert, allerdings klebten die Asphalt-Reperatur-Stücke schon mal am Schuh. Diese waren recht weich von der Sonne. Also machte ich einige bisschen kaputt oder setzte nur ein Markenzeichen von mir rein (Schuhabdruck, Strich, Schlangenlinien durch Reifen, etc.). Das Zeugt klebte auch auf dem Standbrett des Rollers.

Der Weg zog sich, leichte Erhöhungen motivierten mich auch nicht gerade. Kilometer für Kilometer, Balvi kam immer näher. Ich weiß nicht was los war, keine Antriebskraft gehabt.

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Ach, wunderschön diese Tiere

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In Balvi legte ich ca. 30 Minuten am See eine Pause ein. Anschließend fuhr ich weiter und fragte ca. 3 – 5 km nach der Stadt bei einer Dame ob ich bei ihr zelten könnte. Sie überlegte, hm, wo könnte ich am besten das Zelt aufstellen.
Im Garten direkt am Haus aufgestellt und ich legte mich hinein, ohne Mücken und Bremsen natürlich.

Der Herr vom Camping-Platz empfahl mir noch einen Fluss, wo ich zelten könnte, allerdings war ich einfach zu schwach im Kopf und im Körper um den zu erreichen. Der war noch einige Kilometer vor mir.

Kurz nach dem ich im Zelt war, brachte die Dame mir (wahrscheinlich) selbstgemachten Käse. Wow, das schmeckte so was von gut! Ich glaube mein MMMMM-Stöhnen hätte man am Zelt gut hören können.

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Das Wasser trank ich anfangs vorsichtig und zu schauen wie mein Magen darauf reagiert, es passierte aber zum Glück nichts, so mit trank ich halt immer mehr. Musste aber aufpassen dass ich nicht zu wenig trinke bei der Sonne. Also achtet man auf die ersten Anzeichen von Flüssigkeitsmangel: erst kommen die Kopfschmerzen, dann wird es einem Schwindelig bis man anfängt zu frieren. Brechreiz und Fieber kommen dann hinzu. Am gelben Urin sieht man ebenfalls, dass man zu wenig getrunken hat.
Aber von diesen Extremen war ich mehr als weit weg entfernt. Zudem müsste man sicherlich 2 – 3 Tage ohne Flüssigkeit sein, damit es so gefährlich geworden wäre. Ich hatte nicht mal Kopfschmerzen. Dennoch trank ich nur 2,5 Liter an dem Tag, da ich halt langsam trank. Normalerweise 3 – 4 Liter.

Am nächsten wollte ich um die 70 km machen, um in Rēzekne an zu kommen. Von dort aus wollte ich nach Daugavpils. Vielleicht werde ich an beiden Orten sogar jeweils 2 Nächte bleiben, mal schauen.

Es passierte sonst nichts, ich schlief irgendwann mal ein.

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