Tag 8 – Hortobágy

An diesem Tag blieb ich in Hortobágy um den Ort zu besichtigen. Ich war diesmal also ein Tourist 🙂

Auf dem Camping-Platz war eine Familie aus Tschechien, eine aus Frankreich und eine ich weiß noch wo her.
Ich schlief von 21 – 6 oder 7 Uhr. Fühlte mich sehr gut am Morgen, kein Muskelkater, keine so richtige Erschöpfung. Zum ersten Mal überhaupt war mir in der Nacht ein wenig kalt. Ich lies in der Nacht das Zelt offen, nur das Fliegengitter war zu. Geschlafen habe ich trotzdem sehr gut.
Ich stand morgens auf, ging unter die Dusche, dann zum Frühstücken in das Camping-Hotel-Restaurant. Das Frühstück hätte auch für 2 bis 3 Personen gereicht. Es war wirklich sehr umfangreich (verschieden Käsesorten, Schinkensorten, Konfitüren, Paprika, Tomaten, Kaffee, verschiedene Teesorten, Jogurts, Brot, Brötchen, Croissants und sonstige Sachen die ich vergessen habe). Sehr gesättigt nahm ich den Roller und fuhr ins Zentrum der Stadt.
Aber erst mal in ein Geschäft und mich mit Kleinigkeiten zu versorgen.
Immer wieder wenn ich daran denke, dass ich so eine Reise mit einem Tretroller unternehme, dann kann ich nur den Kopf schütteln.
Am Touristen-Info stellte ich den Roller ab, nahm noch einiges an Infomaterial und fing dann mit den Besichtigungen an.

Hortobágy
Hortobágy ist eine Stadt mit ca. 1500 Einwohnern. Es liegt auf der Landstraße 33 zwischen Tiszafüred und Debrecen und „war die Heimat der letzten ungarischen Pferdehirten. Die csikós, wie man sie nennt, leben bis heute in erster Linie von der Rinder- und Schafzucht und haben den Ruf, begnadete Reiter zu sein.“ (Buch „Der Steppenreiter,“ Seite 347)
Dort befindet sich eine oder sogar die längste Steinbrücke Mitteleuropas. Sie wurde um 1830 gebaut.
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Im Jahre 2007 ritt hier Tim Cope (ein Mann den ich so was von beneide) durch diese Steppe. Ein begnadeter Reiter Names Peter Kun traf damals Tim und lies ihn bei sich in der Steppe übernachten.

Die Kleinstadt beinhaltet viele Sehenswürdigkeiten wie u. a. die Brücke selbst, verschiedene geschichtliche Museen, ein paar Lokale, ein sehr schönes und sehr gutes Restaurant, einen kleinen Markt für Touristen und mit 82.000 Hektar die größte Steppenlandschaft Mitteleuropas.

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In dem Nationalpark kommen ca. 90% aller einheimischen Vogelarten vor. Diese Tiere werden vor Ort sehr streng geschützt. Viele weitere Informationen, Videos und Fotos sind hier zu finden: http://www.hnp.hu/index_de.php
Der Nationalpark beinhaltet aber nicht nur die leere Steppenlandschaft, sondern auch Feuchtgebiete. So kann man in ein streng geschütztes Feucht-/Seegebiet fahren. Der Ort ist ca. 7 km von Hortobágy Richtung Tiszafüred entfernt. Ist man dort angekommen so kann man dieses Gebiet mit dem  Fahrrad (oder Tretroller), zu Fuß oder auch mit einer alten Schmalspurbahn besichtigen.

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Safari-Tour
Im Hirtenmuseum bezahlte ich 1500 Forint (ca. 5 EUR), man konnte noch für zusätzliche 1000 Forints (knapp über 3 EUR) eine Extra-Safari machen, allerdings weiß ich nicht was man dort zu sehen bekommt. Es kam ein Bus ohne Scheiben (Safari-Feeling halt). Der Bus war voll, kein Platz war frei. Es ging in die Steppe und wenige Kilometer weiter fuhr man durch ein Tor in einen Park rein. Man sah vor Ort schon wie Vogelreich das Gebiet ist.
Weitere weniger Kilometer weiter hielt der Bus an einem Museum an.  Die Graslandschaft ist so was von gewaltig.

Ich wünschte mir, dass ich durch diese Landschaft durch fahren würde. Oder am besten mit einem Pferd durch reiten. Das wäre herrlich.

Alle stiegen aus und gingen zu einer Frau die auf ungarisch was erklärte. Später eine andere die auf englisch erzählte wo man entlang laufen sollte. Der Park war ein offener Zoo. Das Museum konnte man ohne Eintritt betreten, viel gab es dort aber nicht zu sehen.
In dem Zoo waren verschiedene Tiere (Wölfe, Geier, Adler, Störche, Pferde und und und).

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Diese Vögel sah ich oft in freier Natur, leider habe ich es nicht geschafft sie vor die Kamera zu kriegen. Sie sind viel ängstlicher als Störche. Kann sein dass das eine Reiherart ist.
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Geier sind so riesig
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Genau wie Adler. Von so etwas möchte ich nicht attackiert werden. Vermutlich würden die mich auch nicht attackieren, trotzdem der Gedanke daran ist beängstigend.
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Ich vermute dass die Wölfe keine Lust auf Menschen hatte. Ich ging bisschen vom Weg ab, wo ein Wolf unter dem Schatten eine Baumes lag. Er roch/sah mich und ging weiter weg.
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Es gab noch sehr viel mehr an Tieren zu sehen, ich wollte jetzt aber nicht alles fotografieren. Lieber selber besichtigen.

Wer eine Extrasafari-Tour gebucht hat, konnte in einem Safari-Jeep eine ca. 20 – 30 minütige Fahrt machen. Nach ca. einer Stunde kam der Bus wieder in dem man einsteigen konnte, aber nicht musste. Man hätte auch den nächsten nehmen können. Ich wäre lieber zu Fuß zurück gewandert, am liebsten mit einem Rucksack mit Wasser und was zu Essen quer durch das Gebiet.

Persönliche Meinung zu Zoos:
Ich persönlich mag keine Zoos, da ich finde dass viele Tiere ihren Freiraum brauchen anstatt so eingesperrt zu sein. Der Park an sich ist echt schön, weil sich dort viele Tiere (vor allem Vögel) sich selbst überlassen sind. Vom Zoo bin ich enttäuscht, auch wenn die Leute sich gut um die Tiere kümmern, sie gehören aber in die Natur, nicht in den Käfig. Aber für viele Leute ist das halt die einzige Möglichkeit so etwas zu sehen, auch schön für die Kinder.
Ich sah ein Reh in einem Käfig, man konnte bis auf 3 – 4 Meter nah dran gehen. Ist es aber nicht spannender oder schöner wenn man so ein Reh in freier Wildbahn sieht?
Rehe habe ich unterwegs sehr viele gesehen, eines stand sogar 2 Meter von mir entfernt und schaute mich an. Dann lief es in das Gestrüpp. Ich verfolgte es leise und kriegte es auch vor die Kamera.
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So ein Erlebnis ist doch viel besser als im Zoo.
Auch wenn viele Tiere vom aussterben bedroht sind, sie gehören nicht in ein Käfig. Zoos erinnern mich zum Teil an ein Bild aus der Zukuft, wo ein Baum in einer Glasvitrine mit der Aufschrift „the last tree“ gehalten wird (oder so ähnlich). Das ganze ist aber ein Thema für sich und das ist nur meine Meinung.

Vogelkrankenhaus:
Das Vogelkrankenhaus befindet sich im Stadtzentrum. Man kann es kostenlos besichtigen. Es sind dort viele Käfige wo die Tiere dann zusammen oder je nach dem welche Art getrennt gehalten werden.

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Hirtenmuseum
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Es gibt auch noch mehr kleinere Museen vor Ort, die ich jetzt aber nicht weiter beschreiben werde.

Am Markt spielte ein Herr ein sehr interessantes Instrument

Nach den zahlreichen besuchen und rundgängen hatte ich Hunger und Durst. Zudem hatte ich noch bisschen Zeit. Ich wollte dann noch Wasser kaufen, leider waren die Geschäfte zu. Ich habe wieder vergessen, welcher Tag heute war. Am späten Abend erfuhr ich, dass es Samstag war und die Geschäfte hier früher schließen. Also war gestern doch nicht Donnerstag. Aber wen interessiert welcher Tag heute ist.
Ich ging wieder in die Bar vom Vorabend. Dort aß ich was. Traf auch den einheimischen Ungaren vom Vorabend, der fließend deutsch sprach. Wir unterhielten uns natürlich. Dann nahm ich meinen Roller und fuhr die 7 km Richtung Feuchtgebiet. Wasser holte ich ebenfalls an der Bar.

Feuchtgebiet im Nationalpark
Die Bahn fährt alle 2 Stunden und dann zur vollen Stunde los (10, 12, 14 Uhr, etc.). Die Fahrt hin und zurück kostet 1200 Forint (ca. 4 EUR). Für eine Fahrt bezahlt man 800 Forint (fast 3 EUR). Man hat noch die Möglichkeit auf die Bahn komplett zu verzichten und den Weg zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurück zu legen. Allerdings ist der Weg dort eher eine Feldweg
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Die Bahn fährt recht langsam und man wird bisschen durchgeschüttelt. Jetzt weiß ich wie die Zugfahrten im Wilden Westen waren 😀
Nach ca. 20 Minuten erreicht man das Ende wo man sich dann frei bewegen kann. Am Ende sieht man einen Aussichtsturm mit Fernrohren die man kostenlos nutzen kann und einige Wege die zu einem riesigen See führen. Man hört dort nur das Rauschen der Gräser und Vögel, sonst nichts. Ein sehr schöner Ort meiner Meinung nach. Man sieht das riesige Vogelreichtum. Zudem sind dort auch Wasserbüffel zu finden.

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Genau so etwas gefällt mir. Alles frei laufende Tiere.
Dieser Ort war meiner Meinung nach einer der schönsten Orte für mich. Hätte ich ein Fahrrad würde ich sicherlich dort noch mehr erkunden. Dazu müsste man noch eine sehr gute Breitbildkamera haben.
Zur vollen Stunde ging es dann wieder zurück. Man könnte natürlich auch zu Fuß zurück laufen oder auch den nächsten Zug nehmen.
Unterwegs sieht man immer wieder Aussichtstürme.

Gegen 18 Uhr war dann mein Ausflugstag vorbei. Ich fuhr zurück zur Bar was essen und bestellte mir noch ein Bier (das Bier Köbányai schmeckt ganz gut). Dann kamen auch die beiden Herren aus Deutschland vom Vorabend. Wir tranken noch ein wenig und erzählten uns sehr viele kleine Geschichten. Ein sehr schöner Abschluss für mich.
Dann kamen dicke Wolken und man sah Blitze. Ich dachte mir, dass ich gleich zurück zum Zelt muss, meine Klamotten hingen draußen und ich wollte nicht wieder alles nass haben. Doch dann passierte etwas was ich nicht für möglich gehalten habe. Es donnerte östlich und westlich von uns. Als ob das Gewitter sich um den Ort geteilt hätte. Wir sahen über uns Sterne und links und rechts donnerte es.
Wahrscheinlich liegt das an den thermischen Bedingungen der Puszta.
Wir saßen bis ca. 22 Uhr. Leider reichte der Akku nicht um ein Abschlussfoto zu machen. Ich habe mein Ersatzakku im Zelt vergessen. Echt schade. Aber wirklich ein schönes Abschluss für den Tag und den Ort. Vielen Dank auch dafür!!!
Ich trank aber nicht viel, trotzdem vertrage ich bei solchen Fahrten wenig Alkohol. Mit ein wenig Traurigkeit, dass es nun vorbei sein soll, fuhr ich angeheitert zurück zum Zelt, es war dunkel. Ich wusch mich und ging schlafen. Ich schlief direkt ein.