Tag 7 – Abádszalók -> Hortobágy

Die Strecke verlief um den See Tisza-tó, dass mit einem Fahrradweg ausgestattet wurde. Der Weg vom See nach Hortobágy führte dann über eine Landstraße ohne Fahrradweg. Der Verkehr hielt sich in Grenzen. Die Straße 33, die man dann fährt, macht einen Bogen Richtung Süden. Fahrradfahrer können allerdings einen Feldweg geradeaus nehmen. Allerdings falls es geregnet hat, sollte man den Weg vermeiden. Außerdem soll der mit einigen Löchern versehen sein, so mit wären Mountainbikes vom Vorteil. Zudem könnte man auch dann auch die ganze Umgebung abfahren. In Hortobágy gibt es auch wieder einen Fahrradweg.

Morgens gegen 5 Uhr wurde ich von den Geräuschen zweier Angler geweckt.
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Ich konnte aber schnell wieder einschlafen. Erst gegen 7 Uhr stand ich auf. Der See scheint recht fischreich zu sein. In ca. 3 Stunden haben die beiden eine schöne Ausbeute gehabt. Na hoffentlich bleibt der See auch fischreich.
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Ich füllte meine Flasche mit Seewasser auf, wusch mich damit, frühstückte, unterhielt mich mit den beiden mit Händen und Füßen, packte zusammen und fuhr los.
Ich fuhr Richtung Dorfmitte zurück. Der Radweg ist ein Stück weiter gesperrt. Dort befindet sich ein Camping-Platz mit einer Diskothek oder ähnliches. Zudem wollte ich mir noch was zu trinken holen. Dann war ich bereit meinen pers. Rekord brechen zu wollen, 80 km auf dem Roller. Ich wusste vorher nicht, dass das so weit ist. Sonst hätte ich mir eine Schlafmöglichkeit gesucht.
Der See hat einen Radweg. Es sind ca. 110 km wenn man den umkreisen möchte, laut eines Fahrradfahrers.
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Am Rand sieht man an sehr vielen Stellen Angler. Sogar welche die dort riesige Zelte aufgeschlagen haben, mit ganzer Familie sogar dort einige Tage übernachten. Grill oder Feuerchen, Camping-Autos und und und, hoffentlich überleben dort viele Fische, sonst gibt es bald dort kaum welche.

Dann kam ich an einen kleinen Strand wo einige Leute gebadet haben. Also ging ich erstmal ins Wasser um mich abzukühlen. Das war herrlich! Mit zum Teil nassen Klamotten fuhr ich dann weiter. Die Sonne brannte richtig, machte mir aber nichts aus, ich mag so ein Wetter (besser als Regen :D)

Immer wieder Störche
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Die Brücke Richtung Tiszafüred wird gerade renoviert und war einspurig mit einer Ampel versehen. Ich bin einfach auf der Baustellenspur gefahren, wo ich von Arbeitern angeschaut wurde. Ich grüßte sie. Die Landstraße zwischen der Brücke und Tiszafüred ist eben neu renoviert worden. Es lässt sich schön fahren da darauf. Der Verkehr war leider bisschen größer. Die Autos fuhren aber eh nicht schnell. Es gab auch noch keine Straßenmarkierungen.
Kurz hinter einer Brücke merkte ich, dass mir eine Tasche die Bremse zu kniff, so mit fuhr ich mit ein wenig angezogner Bremse. Ich dachte ich wäre schon so kaputt. Danach war die Fahrt ein wenig leichter. Das muss wohl unterwegs passiert sein, fiel mir nur nicht auf.
In Tiszafüred angekommen hatte ich Hunger! Kurz hinter dem Stadteingang (oder so ähnlich) fand ich ein Restaurant. Also aß ich dort erstmal einen ungarischen Gulasch und einen Salat dazu. Trank 2 Cola und war wieder glücklich!

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Gegenüber befindet sich ein Pennymarkt, also schon schnell hin und es ging auf Fahrradwegen weiter. Mir wurde gesagt, dass es ca. 40 km bis Hortobágy seien. Außerdem soll ich nicht die Abkürzung über die Feldwege nehmen, da es die letzten Tage geregnet hat und es kaum befahrbar sein soll. Toll, danke Regen! Ich hasse regen!

Dort wo die Abzweigung für die Radfahrer ist, sah ich ein Pärchen die mich fotografiert haben. Also schnell hin gefahren um mich zu unterhalten. Es waren Polen! Ich konnte endlich mal wieder mit jemanden sprechen und dann noch zum ersten Mal auf Polnisch. Wir unterhielten uns also. Die beiden fuhren Richtung Balatonsee, allerdings nicht wie ich mit Zelt, sondern richtig von Ziel zu Ziel. Sie wollten es bequemer haben. Tja, mit einem Fahrrad hätte ich sicherlich sehr viel weniger Kontakt mich Menschen, das war ein toller Vorteil wenn man auf so einem Gefährt unterwegs ist. Vor der Reise habe ich daran nicht gedacht. Wollte halt nur was ungewöhnliches machen und mich öfter um einen Schlafplatz kümmern. Mit einem Fahrrad hätte ich das ganze in der Hälfte der Zeit geschafft.
Wir planten noch kurz meine weiter Tour Richtung Tokaj. Ich solle an der Tisza entlang fahren.
Nach der Unterhaltung fuhr ich dann Richtung Steppe weiter. Es gab tolle Anblicke. Ich war hoch motiviert, da ich wieder ein Ziel erreichen konnte und dann sah ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Steppe, war richtig begeistert. Allerdings musste ich mich bremsen, wollte immer zu schnell fahren.

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Die Wiese ist dieses Jahr grün, sonst ist die von der Sonne verbrannt braun
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Unglaublich wie ich mich wegen einer Graslandschaft freute 😀
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Ein Esel
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Ich wählte Ungarn zum Teil auch aus, weil ich Pferde in der Steppe sehen wollte, etwas was man nicht zu Hause zu sehen kriegt. Man fährt und sieht dann am Horizont wie ein Reiter mit seinem Pferd durch die Steppe reitet. Ich weiß nicht warum, ich war in diesem Moment sehr emotional getroffen. Ich stand da und beobachtete das. Es war in diesem Moment ein toller Anblick, genau das wollte ich in Ungarn auch sehen. Am liebsten hätte ich mir ein Pferd geschnappt und wäre hinter her geritten  (nächstes Jahr vielleicht mit dem Pferd durch ein Land 😀 ). Schade dass Fotos solche Moment nicht wirklich darstellen können.

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Der Reiter verscheuchte auch Vögel, diese flogen dann in großen Gruppen davon und landeten dann wo anders. Ein sehr schöner Anblick, vor allem wenn man die Natur so mag wie ich. Keine Zäune waren dort zu sehen, Klasse!

Dann endlich in Hortobágy angekommen. Die letzten 10 km waren bis jetzt die härtesten auf der Tour. Ich kämpfte mich richtig von Kilometer zu Kilometer bis ich endlich da war. Die Landschaft gab mir einen Motivationsschub. Ich musste mir aus jeder Kleinigkeit Motivation gewinnen, egal ob das ein Pferd, ein Reh oder die Landschaft war. Immer wieder sagte ich mir, wow, was für ein Anblick, ich habe es so weit geschafft, das wollte ich sehen, jetzt also noch die letzten Kilometer.
Die Sonne glühte richtig, ich denke es waren um die 35 Grad. Aber es störte mich im Fahrtwind überhaupt nicht. Auch wo ich anhielt. Ich trank sehr viel Wasser, war total nass aber es störte mich nicht. Bin wohl eher der Hitzemensch. Kann Winter überhaupt nicht ab, ok, bis auf die Sonnenauf- und Untergänge. Aber hätte ich die Wahl, würde ich den Winter abschaffen.
Wie dem auch sei, ich kam in Hortobágy an. Ich war völlig erschöpft. Direkt fragte ich die erste dort arbeitende Person, die ich sah, wo der nächste Camping-Platz sei. Hatte noch nicht mal Lust mich mit jemanden länger zu unterhalten, was bei mir ungewöhnlich ist. Wollte einfach nur zum Zeltplatz. Gleich am Ortseingang ist ein Camping-Platz. Allerdings soll ich an die Stadtgrenze weiterfahren, der soll nämlich besser sein. Also fuhr ich durch das kleine Dorf dahin und baute mein Zelt auf. Ging dann duschen, ruhte mich auch ein wenig aus.
Hier wollte ich 2 Tage bleiben, mir alles anschauen und meinen Körper als Dank, dass der das aushielt, eine Pause gönnen. Auch mein Kopf musste bisschen klarer werden.
Auf den Camping-Platz erfuhr ich, dass es Donnerstag war 😀 Ich bestellte mir dort auch Frühstück.
Im Dorf werde ich sicherlich schnell bekannt werden, der Roller macht es möglich.
Mir fehlen echt meine Leute, alleine ist es wirklich sehr hart. Da sieht man wie abhängig der Mensch oder vor allem ich von anderen sind. Viele Leute sagten mir, dass sie das toll finden, was ich hier mache. Das motiviert mich natürlich auch sehr.

Ich duschte und fuhr Richtung Dorfmitte, ich hatte Hunger auf eine Pizza. Ich bestelle mir eine, dazu mein erstes Pilz in Ungarn. Das Bier schmeckte so was von gut, wow. Kann man sich wohl schwer vorstellen. Aber ich hätte literweise Bier trinken können, so gut war das. Die Pizza tat mir auch gut. Aber ich hatte immer noch Hunger, also kam ein Hot Dog hinter her.
Ich hörte dann wie sich 2 Leute auf deutsch unterhielten. Also ging ich dort hin und sprach sie an, ja es waren deutsche! Wir unterhielten uns recht lange. Sie gaben mir einige Tipps, was ich mir morgen in Hortobágy anschauen sollte. Ich notierte mir alles. Dann machte ich noch Bekanntschaft mit einem Ungaren der fließend deutsch spricht. Er hat in Deutschland gearbeitet. Ich war erstmal glücklich hier und wie! Ich trank dann mein 2. Bier, das schmeckte immer noch sooooo lecker. Dann noch netten Gäste. Ich fühlte mich direkt sehr wohl hier.  Unglaublich mit welchen Kleinigkeiten man mich glücklich machen konnte 😀
Ich fuhr dann abends glücklich Richtung Camping-Platz zurück. Wann ich dann schlafen gegangen bin, weiß ich allerdings nicht mehr. Nein, das lag nicht an den 2 Bier, die sooo lecker waren. Ich war halt total übermüdet. Wahrscheinlich schlief ich direkt ein.