{"id":29,"date":"2016-07-10T13:49:43","date_gmt":"2016-07-10T11:49:43","guid":{"rendered":"http:\/\/sikoraproject.eu\/lukasz\/baltikum\/?p=29"},"modified":"2016-08-07T20:40:17","modified_gmt":"2016-08-07T18:40:17","slug":"tag-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sikoraproject.eu\/lukasz\/baltikum\/?p=29","title":{"rendered":"Tag 2"},"content":{"rendered":"<h1>Regen und Wodka<\/h1>\n<p>[map style=&#8220;width: auto; height:400px; margin:20px 0px 20px 0px; border: 1px solid black;&#8220; maptype=&#8220;ROADMAP&#8220; gpx=&#8220;http:\/\/sikoraproject.eu\/lukasz\/baltikum\/wp-content\/uploads\/2.gpx&#8220;]<\/p>\n<p>Ich wachte irgendwann auf, es war hell, allerdings geht hier die Sonne kurz nach 4 Uhr auf. Ich schlief immer wieder ein. Getr\u00e4umte habe ich, dass es schon 14 Uhr sei, dann, dass ich bei Freunden in einer WG wohne.<br \/>\nAls ich richtig wach wurde, packte ich tanzend\/h\u00fcpfend zwischen den M\u00fccken und den Bremsen zusammen (musste die Viecher ja irgendwie loswerden) und fuhr weiter Richtung <strong>Akuk\u00fcla<\/strong>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/126809085@N05\/28053660373\/in\/dateposted-public\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8679\/28053660373_3809e0770b_z.jpg\" alt=\"P1030282\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/a><\/p>\n<p>In <strong>Peningi<\/strong> machte ich erst mal eine Fr\u00fchst\u00fccksrast. 2 Jugendliche mit einer Flasche Wodka kamen auf mich zu. Einer fragte was, war aber irgendwie nicht aggressiv. Ich sagte, dass ich nur englisch und polnisch verstehe (<em>ich sagte immer dass ich ein Pole bin, da sehr viele dort russisch sprechen und ich das bisschen verstehen kann. Denen zu erkl\u00e4ren, dass ich geb\u00fcrtiger Pole bin und in Deutschland lebe ist recht schwierig<\/em>). Dann fragte er: &#8222;Tourist?&#8220;, ich sagte nach kurzem \u00fcberlegen, da ich nicht gerne als Tourist gehalten werden m\u00f6chte dennoch: &#8222;Yes.&#8220;. Um dennoch bisschen positiv r\u00fcber zu kommen, zeigte ich auf seine Wodka-Flaschen und sagte so was wie: &#8222;Aaaah&#8220; und grinste dabei. Er machte die noch unge\u00f6ffnete Flasche auf, hielt sie zu mir und fragte ob ich was m\u00f6chte. Yes, sagte ich und nahm einen kr\u00e4ftigen Schluck (<em>mir macht das nicht viel aus, habe aber auch kein Alkoholproblem<\/em>). Beide stauten, nahmen die Flasche und gingen. Hatten wohl Angst dass ich alles austrinke.<br \/>\nIch putze mir die Z\u00e4hne und fuhr los.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/126809085@N05\/28053664513\/in\/dateposted-public\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8046\/28053664513_05cfa6e93f_z.jpg\" alt=\"P1030285\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Wetter war leider nicht auf meiner Seite, da dicke Gewitterwolken aufkamen. Wenige Kilometer entfernt fing es auch an zu regnen. Ich fuhr zu einem Haus um mich dort zu verstecken. Es war eine Werkstatt f\u00fcr Autos und der Mechaniker nahm mich auf \ud83d\ude42<br \/>\nEr trank gerade sein Bier auf. Also holte ich meine einzige Dose Bier aus der Tasche, um mit ihm das als \u201eDanke Sch\u00f6n\u201c zu teilen. Er war dankbar. Wir fingen an uns mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen zu unterhalten, w\u00e4hrend es drau\u00dfen in Str\u00f6men goss.<br \/>\nWir unterhielten uns ganz gut, er konnte ein paar W\u00f6rter englisch und russisch. Der Regen h\u00f6rte gar nicht mehr auf und er meinte, ich solle bei ihm heute nach schlafen und morgen weiter fahren. Ok, ich nahm an.<br \/>\nAls es ein bisschen weniger wurde gingen wir zu seinem Haus. Er besorgte eine Flasche Wodka (0,5 l) und wir tranken diese. Ich war aber nicht betrunken, aber er hat leider ein Alkoholproblem wie er mir erz\u00e4hlte.<br \/>\nEr wohnt zusammen mit seiner Mutter in dem Haus, seine Familie, so weit ich das verstanden habe, sei in Sibirien. Er war mehrmals verheiratet.<br \/>\nSeine Mutter machte uns was zu Essen, Bratkartoffeln, Salat und W\u00fcrstchen.<br \/>\nDer Regen h\u00f6rte endlich mal auf und die Sonne kam heraus. Ich h\u00e4tte jetzt nat\u00fcrlich weiter fahren k\u00f6nnen, nur er freute sich halt \u00fcber meine Anwesenheit und dass er mir helfen konnte, also blieb ich auch. Er hat sogar schon extra ein Bett gemacht.<br \/>\nEr erz\u00e4hlte mir, dass er fr\u00fcher Kapit\u00e4n eines Schrimpskutters war. Er war in Island, Kanada, Spanien aber auch in einigen Teilen Afrikas unterwegs. Durch einen Motorradunfall war sein Knie kaputt und er konnte nicht mehr weiter machen, danach ist er Alkoholiker geworden und repariert Autos, h\u00e4lt sich so \u00fcber dem Wasser.<br \/>\nLeider ist der Alkohol in sehr vielen \u00f6stl. gelegenen L\u00e4ndern ein Problem, ich kenne das auch aus Polen. Gegen diese Art von Droge macht der Staat nichts, aber viele andere Sachen sind dagegen verboten, es ist aber ein Thema f\u00fcr sich.<\/p>\n<p>Morgen w\u00fcrde ich weiterfahren, egal bei welchem. Ich musste halt Kilometer machen, da ich in diesem Moment zu viel Zeit verloren habe. Obwohl er auch in wenigen Tagen Geburtstag hatte und mich einlud, musste ich halt weiter, ich wollte unbedingt mein Ziel erreichen. Leider tat mir der R\u00fccken weh (Ischias), ich wusste nicht ob das vom Roller selber oder Zug (kalter Wind mit Schwei\u00df) war. Na, hoffentlich kriege ich jetzt keinen Hexenschuss.<\/p>\n<p>Wie schon erw\u00e4hnt, ich war nur leicht angeheitert, da diese Menge nicht gerade viel ist f\u00fcr 2 Personen. Er holte eine 2. Flasche, wir tranken die H\u00e4lfte aus und ich bemerkte, dass er schon sehr betrunken war. Also stellte ich die Flasche weg, es reichte f\u00fcr heute.<br \/>\nIch war immer noch n\u00fcchtern.<br \/>\nIch ging mit ihm spazieren, damit er bisschen klarer wurde, anschlie\u00dfend wollte ich ihn \u00fcberreden, schlafen zu gehen. Kurz darauf kam ein Auto angefahren und 3 Frauen stiegen aus, k. A. ob die zur Familie geh\u00f6rten oder \u00e4hnliches. Die junge h\u00fcbsche Blonde kam direkt zu mir und sagte:<br \/>\n\u201eYou can\u2019t sleep here.\u201c Ich fragte nicht warum oder \u00e4hnliches, da ich keine Probleme oder Diskussionen ausl\u00f6sen wollte, ich war wohl halt ein ungebetener Gast, vielleicht wollte die Mutter von Anfang nicht, dass ich bleibe, vielleicht dachte sie, ihr Sohn h\u00e4tte einen von der Stra\u00dfe angeschlept (was ich ja auch irgendwie war) oder einfach, dass ich ein Alkoholiker w\u00e4re, der mit ihrem Sohn s\u00e4uft. Wie dem auch sei, diese Gedanken begleiten mich noch bis heute. Zum Gl\u00fcck habe ich die Adresse und werde dennoch als Danke Sch\u00f6n f\u00fcr den Versuch ein kleines Geschenk schicken.<\/p>\n<p>Wie dem auch sein, ich packte meine Sachen, verabschiedete mich von der Mutter und dem Sohn und fuhr weiter. Ich war nicht sauer, es war bestimmt ein Missverst\u00e4ndnis, ich war dennoch total entt\u00e4uscht. Kurz von Sonnenuntergang fuhr ich also los. Ich kam an ein weiteres Haus und rief nach jemanden, keine Antwort. Am n\u00e4chsten Haus sah ich jemand und rief wieder \u201eHello!\u201c und es kam tats\u00e4chlich jemand. Ich fragte, ob ich eine Nacht im Zelt bei denen im Garten schlafen k\u00f6nnte (muss komisch gewesen sein, da kommt einer so sp\u00e4t vorbei und will einfach im Garten schlafen). Sie sagte, ca. 4 km weiter sei das Dorf <strong>Perila<\/strong>. Naja, egal, dann eben nicht, weiter ging es. Irgendwann mal fand ich einen Waldweg, also rein. Gegen Zecken umgezogen und rein Richtung Feld. Zelt zwischen Bremsen und M\u00fccken aufgebaut und rein mit mir.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/126809085@N05\/28385652660\/in\/dateposted-public\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/farm9.staticflickr.com\/8682\/28385652660_2db434b63d_z.jpg\" alt=\"P1030288\" width=\"640\" height=\"480\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dennoch, vielen Dank f\u00fcr die Hilfsbereitschaft, hoffe du hast deinen Geburtstag gut gefeiert und deine Mutter w\u00fcnsche ich ebenfalls alles Gute!!!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Regen und Wodka [map style=&#8220;width: auto; height:400px; margin:20px 0px 20px 0px; border: 1px solid black;&#8220; maptype=&#8220;ROADMAP&#8220; gpx=&#8220;http:\/\/sikoraproject.eu\/lukasz\/baltikum\/wp-content\/uploads\/2.gpx&#8220;] Ich wachte irgendwann auf, es war hell, allerdings geht hier die Sonne kurz nach 4 Uhr auf. Ich schlief immer wieder ein. 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